Gernot Böhme
Leibsein als Aufgabe
Leibphilosophie in pragmatischer Hinsicht
 
400 Seiten , Leinen
14,5 x 23,5 cm
€ 21,00
ISBN 978-3-906336-38-1

 


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Seit Jahren, seit Jahrzehnten schon kennt man Gernot Böhme als einen Philosophen, der die Achtung der Leiblichkeit des Menschen einklagt:

- dass die Menschenwürde heute vornehmlich am Leibe verletzt wird,
- dass wir, was wir der äußeren Natur antun, letztlich uns selbst antun, insofern wir Natur sind,
- dass es gegen den telekommunikativen Trend der technischen Zivilisation gilt, die Bedeutung leiblicher Anwesenheit wieder zu entdecken.

Nach soviel Plädoyers für den Leib legt Böhme nun seine Leibphilosophie monographisch vor. Und wie zu erwarten, unterscheidet sie sich deutlich von vorliegenden Leibphilosophien, der Tradition von Schopenhauer und Nietzsche bis zu Merleau-Ponty und Schmitz. Sie ist bestimmt vom Vorrang der Praxis: als was uns der Leib erscheint, hängt von unserem lebenspraktischen Verhältnis zu uns selbst ab. Und das ist bestimmt dadurch, dass im Leibsein vornehmlich der Lastcharakter des Daseins erfahren wird und dass wir ferner in einer Phase der Zivilisationsentwicklung leben, in der uns die Technik auf den Leib rückt. Leibsein versteht sich danach nicht von selbst, sondern wird zur Aufgabe. Gerade weil der Leib die Natur ist, die wir selbst sind, wie Böhme definiert, ist in der technischen Zivilisation, die tendenziell alles Gegebene in etwas Gemachtes transformiert, Leiblichkeit zum Problem geworden.

Diese Leibphilosophie stellt sich damit den großen Herausforderungen, denen der gegenwärtige Mensch von Seiten der Technik ausgesetzt ist, wie Transplantationsmedizin, Schönheitschirurgie und Gentechnik. Und sie behandelt Leiblichkeit nicht einfach als Gegenstand der Erkenntnis, sondern im Zusammenhang leiblicher Existenzweisen, wie Arbeit, Sport, Ernährung, Krankheit und Behinderung, Geschlechtlichkeit und reproduktives Verhalten.

 
 

   
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